Blutegel Therapie

 

Schon 200 v. Christus wurde in medizinischen Schriften des europäischen Kontinents über die Anwendung von Blutegeln (Hirudo med.) berichtet - damit gehört sie zu den ältesten dokumentierten naturheilkundlichen Ausleitungsverfahren.

Seit ein paar Jahren erleben sie, auch innerhalb der Schulmedizin, eine Renaissance.

 

 

Sein Beiname "lebendige Medizin" erhielt der Blutegel auf Grund seiner vielfältigen Wirkung, diese beruht im Wesentlichen auf:

  • lokale Entlastung und Entstauung des Gewebes
  • blutverdünnend
  • entzündungshemmend
  • Ausleitung von Toxinen und Stoffwechselprodukten
  • Ähnlichkeit mit dem Aderlass aber mit wesentlich weniger Blutverlust

 

Im Speichel des Blutegels finden sich 20 unterschiedliche Substanzen mit unterscheidlicher Wirkung und Wechselwirkung wie z.B. die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin sowie das entzündungshemmende und schmerzstillende Eglin.

 

 

Anwendung

Abhängig von der Erkrankung und der Größe des zu behandlnden Areals kommen 1 -10 Egel zum Einsatz.

Diese werden auf das entsprechende Hautareal gesetzt. Der Biss des Egels ist dank eines in seinem Speichel enthaltenden Schmerzmittels relativ schmerzlos. Hat sich der Egel vollgesogen, fällt er von selbst wieder ab. Dies kann 10 - 60 Minuten dauern, der Blutverlust pro Egel beträgt ca. 10 ml.

 

Im Anschluss kommt es zu einer therapeutisch gewünschten Nachblutung, wobei die Stärke der Nachblutung individuell untercheidlich ist und zwischen 1- 10 Stunden andauern kann.

Die Wunde wird mit einem Verband versorgt, der regelmäßig gewechselt werden muss, nach max. 1 Woche ist die Wunde verheilt.

 

Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich nach dem Therapieerfolg, der sich oft schon nach der ersten Anwendung einstellt. Frühestens nach 4 Wochen kann an der behandleten Stelle eine erneute Behandlung erfolgen.

 

Nebenwirkungen

In seltenen Fällen kann es an der Bissstelle zu örtlich begrenzten allergischen Reaktionen (Rötung, Juckreiz) einem Erysipel (Wundrose) oder einer Entzündung kommen. Daher ist es wichtig, die Wunde angemessen zu versorgen.